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Verlaufsumsetzung – Tipps und Tricks

Wie gestern bereits angekündigt, gibt es heute noch einige exotische Tipps und Tricks rund um die Verlaufsumsetzung.

Den ersten Tipp hatte ich eigentlich bereits im letzten Artikel mehr oder weniger erwähnt, er ist aber essentiell fürs Verständnis des nächsten Tipps: Wenn ihr eine akkurate Repräsentation der Luminanz eures Bildes haben möchtet, müsst ihr die Glättung eures Schwarzweiß-Verlaufs auf 0% einstellen. Wenn ihr nun die Verlaufsumsetzung in den Modus „Luminanz“ versetzt, erhaltet ihr eine fast 100%ige Übereinstimmung mit dem Originalbild.

Der zweite Tipp baut ein wenig auf dem ersten auf, allerdings wollen wir diesmal nicht die Luminanz unseres Bildes extrahieren, sondern stattdessen die Sättigung.
Wie die Sättigung in Photoshop funktioniert hatte ich ja bereits ansatzweise in meinem Artikel Farbmodi – HsY in RGB erklärt. Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Der Modus „Sättigung“ funktioniert in RGB so, dass das Resultat des Modus Sättigung = RGB_MAX – RGB_MIN ist.
Da das genau dem Ergebnis entspricht, welches wir erhalten, wenn wir eine Selektive Farbkorrektur mit der Methode „Absolut“ und den Werten Schwarz -100% in allen Farbkanälen und Schwarz +100% in allen Graukanälen anwenden, können wir nun hieran eine schwarzweiße Verlaufsumsetzung mit 0% Glättung per Schnittmaske anhängen und somit erst einmal rein gar nichts am Bild ändern. Wenn wir allerdings nun statt dem Weiß eine 100% gesättigte Farbe, z.B. 255/0/0 wählen, verfärbt sich das Bild direkt so, dass die 100% gesättigten Bereiche des Bildes zu 100% rot sind. Als nächstes müssen wir dann nur noch den Ebenenmodus der Selektiven Farbkorrektur auf „Sättigung“ ändern und schon haben wir unser Originalbild zurück.
Wenn wir nun allerdings zwischen der Selektiven Farbkorrektur und der Verlaufsumsetzung eine beliebige Kontraständerung vornehmen, wirkt sich diese direkt auf die Sättigung aus, wie man es sonst nur aus dem HSB/HSL-Modus kennt!

Mein dritter Tipp ist eher ein macht-das-nicht-Tipp *g*. Viele von euch kennen wahrscheinlich bereits meine Hilfsebenen. In diesen verwende ich unter anderem eine Technik, die als „Solarkurven“ bekannt sind (oder auch Ed’s Curves). Nun könnte die Vermutung nahe liegen, dass man statt diesen Kurven ja auch einfach eine Verlaufsumsetzung mit einem Spektralverlauf nehmen könnte. Über die Glättung könnte man dann sogar noch den Kontrast schnell und einfach regulieren und hätte ein recht ähnliches Ergebnis. Oder?
Leider nein. Da die Verlaufsumsetzung die bisherigen Farben nicht verändert, sondern komplett ersetzt und dabei nur die Luminanz betrachtet, können Unterschiede in der Farbe nicht mehr erkannt werden und somit Defekte leichter übersehen oder sogar von der Verlaufsumsetzung kaschiert werden.
Zur Veranschaulichung: Laut der Spektralverlauf-Vorlage der Verlaufsumsetzung sind diese vier Felder komplett identisch

(ein Klick auf das Bild führt euch wieder zum Download für die PSD-Datei)

Die Solarkurven hingegen zeigen die wirklichen Unterschiede:

Natürlich sind auch Solarkurven nicht unfehlbar, keinesfalls, aber sie sind weit weniger schnell durcheinander zu bringen, als die Verlaufsumsetzung.

Der vierte und letzte Tipp bezieht sich auf das Thema Maskierungen.
Wenn man eine schnelle Auswahl eines oder mehrerer bestimmter Luminanzbereiche braucht, kann man das zwar auch mit entsprechenden Kurven auf einem Alphakanal erreichen, alternativ kann man aber auch sehr einfach eine Verlaufsumsetzung erstellen und mit dieser sehr genau den einzelnen Luminanzbereichen eine entsprechende Helligkeit zuweisen. Das interessante hierbei ist, dass man die einzelnen Punkte beliebig nahe zusammen schieben und ihnen eine beliebige Luminanz zuweisen kann, wodurch man auch extrem präzise Auswahlen schnell treffen kann. In der alltäglichen Praxis habe ich allerdings bisher noch eher selten eine wirklich nützliche Anwendung hierfür gefunden.

Nachtrag: Ich hatte ja gestern geschrieben, dass die Glättung in etwa einer Kontrasterhöhung mittels Tonwertkorrektur entspricht. Nach einigen weiteren Tests bin ich darauf gestoßen, dass die Kontrasterhöhung in etwa diese S-Form hat:

(mit einem Klick auf das Bild könnt ihr euch die Vorlage herunterladen)

Interessanterweise ist die Abweichung einem Verlauf mit 0% Glättung und dieser Kurve gegenüber einem Verlauf mit 100% Glättung bei einem Schwarzweißverlauf, einem Weißrotverlauf, sowie dem Spektralverlauf fast nicht vorhanden, bei einem Verlauf, welcher nicht die komplette Bandbreite an Tonwerten abdeckt, ist hingegen ein Unterschied festzustellen. Das kommt daher, dass die Kontrastveränderung scheinbar jeweils auf die „Zwischenfarben“ (in Ermangelung eines besseren Wortes) angewandt wird, will sagen im Beispiel eines Verlaufs von 128 zu 255 würde bei einer Glättung von 100% zuerst der Schwarzpunkt auf 128 gesetzt, anschließend die Kurve von oben angewandt und als letztes dann der Tonwertumfang wieder auf 128-255 reduziert werden.

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  1. Han
    22. Juni 2013 um 05:17

    Love all your post. I’ll read it carefully

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