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Experimente mit „Ausschluss“ (Teil 1)

Heute wollte ich mal wieder einige Experimente mit Blendmodi machen, dieses mal mit dem Modus „Ausschluss“.
Damit kann man nämlich durchaus einige interessante Sachen anstellen und das möchte ich euch heute einmal zeigen :-).

Anfangen möchte ich dieses mal mit den mathematischen Hintergründen des Modus, da dadurch der restliche Artikel einiges leichter verständlich sein wird.
Ausschluss arbeitet nach dem Prinzip C = A + B – 2 * A * B.
Daraus ergibt sich für A = 1, C = 1 + B – 2 * 1 * B = 1 + B – 2 * B = 1 – B. Das ist nichts anderes, als eine Invertierung der Hintergrundebene.
Für A = 0.5 ergibt sich C = 0.5 + B – 2 * 0.5 * B = 0.5 + B – 1 * B = 0.5. Das ist ein 50%iges Grau.
Für A = 0 wiederum ergibt sich C = 0 + B – 2 * 0 * B = B – 0 = B. Das ist die Hintergrundebene.
Seht ihr, ging doch ganz schnell ;-).

Als Testbild benutzen wir heute einmal dieses Bild hier:
Original

Einer der häufigsten Anwendungszwecke, die ich für „Ausschluss“ sehe, ist für die Erstellung der Farblooks. Und dafür kann man es auch unter anderem gut einsetzen, man muss nur wissen, wie.
Recht typisch ist die Anwendung, einfach eine neue Ebene mit blauer Füllung zu erstellen und diese bei geringer Deckkraft in den Modus „Ausschluss“ zu setzen.
Dadurch werden die Lichter im Bild gelblich, die Schatten bläulich.
Ausschluss

Eine Alternativtechnik hierzu, bei der man die Deckkraft für das gleiche Ergebnis genau doppelt so hoch einsetzen kann wäre es, eine neue graue Ebene zu erstellen und diese nur im Blaukanal füllen zu lassen.
Normal Blaukanal

Und warum geht das?
Wenn wir eine blaue Ebene einsetzen, haben wir eigentlich nichts anderes als Schwarz im Rot- und Grünkanal, sowie Weiß im Blaukanal. Beim Modus „Ausschluss“ ist es nun so, dass Schwarz keinen Effekt hat und Weiß invertierend wirkt. Wenn man daher die Deckkraft der Ebene stark reduziert, erhält man einen im Kontrast reduzierten Kanal und dadurch den oben genannten Effekt.
Das wiederum hat den gleichen Effekt, wie in der Gradationskurve symmetrisch den Kontrast im Blaukanal anhand der Endpunkte zu verringern.
Gradationskurve

Warum also sollte man dann überhaupt den „Ausschluss“-Modus einsetzen, wenn es doch so viele Alternativen gibt?
Na weil es extrem komfortabel ist :-)!
Als erstes erstellen wir eine neue Ebene mit roter Füllung (255/0/0) bei 50% Deckkraft und im Modus „Ausschluss“. Die 50% Deckkraft sind dazu da, dass wir eben nicht den Effekt von weiter oben bekommen und ggf. einen Kanal invertieren, sondern lediglich den Kontrast komplett reduzieren können.
Als nächstes können wir eine Farbton/Sättigung-Ebene an diese Ebene per Schnittmaske anhängen und ab da wird es dann interessant.
Farbton/Sättigung

Wenn wir jetzt nämlich den Regler für den „Farbton“ verschieben, können wir den die Farbe der Lichter einstellen (die Schatten haben immer die komplementäre Farbe).
Stellen wir die „Sättigung“ ein (nur ins Negative), verringert sich die Sättigung und wenn wir die „Helligkeit“ einstellen, können wir die gesamte Intensität des Effekts regulieren.
Farbton/Sättigung Einstellungen

Stellen wir die Helligkeit auf +100, wird das Bild komplett grau, stellen wir die Helligkeit auf -100, ist der gesamte Effekt zurück genommen.
Helligkeit +100
Helligkeit -100

Das bietet uns natürlich eine sehr schnelle und effektive Möglichkeit, entsprechende Farblooks ins Bild zu bringen :-).

Aber Farblooks sind natürlich noch lange nicht alles, was man mit „Ausschluss“ anstellen kann.
Wie bereits oben erwähnt, führt ein Weiß zu einem Invertieren der Ebene, Schwarz zu keinem Effekt und 50% Grau entsprechend zu einem 50%igen Grau.
Wenn wir das nun mit einem anderen Blendmodus kombinieren, erhalten wir eine schöne Möglichkeit, dynamische Masken zu erstellen.

Dazu aber mehr im nächsten Teil, denn ansonsten wird der Artikel zu lang ;-).

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  1. perpetuum
    17. April 2012 um 20:34

    Hi!
    sehr schöner Artikel, mich interessiert mal, wie Du auf die „Gleichungen“ kommst. Gibt es die irgendwo nachzulesen?
    Gruß
    perpetuum

  2. 18. April 2012 um 17:04

    Hi perpetuum,

    die Formeln kannst du dir unter anderem hier anschauen: http://www.simpelfilter.de/grundlagen/mischmodi.html
    Teilweise sind da leider kleine Fehler drin, daher würde ich dir zusätzlich noch dieses PDF von Adobe empfehlen: https://www.adobe.com/content/dam/Adobe/en/devnet/pdf/pdfs/pdf_reference_archives/blend_modes.pdf

    LG,
    Jonas

  3. Daniel
    19. April 2012 um 14:40

    Hallo Jonas

    Vielen herzlichen Dank für die guten und informativen Tutorials. Ich habe bisher sehr viel aus ihnen gelernt. Ausserdem regen sie die Kreativität bei der Lösung schwieriger Probleme an. Mach weiter so und nochmals vielen Dank.

    Vielleicht könntest Du mal ein Tutorial veröffentlichen, wie man die zum Teil lästigen Lens-Flares aus den Bildern entfernt. Ich habe mit dem Kanalmixer und den Blendmodi relativ gute Erfahrungen gemacht, aber vielleicht hast Du ja einen guten Lösungsansatz dafür.
    Falls Du ein entsprechendes Bild brauchst, schreibe mir einfach.

    LG,
    Daniel

    • 19. April 2012 um 16:53

      Hallo Daniel,

      für Lens-Flares benutze ich eigentlich auch meistens Kanalmixer, Kurven und vor allem eine Menge selektiver Korrekturen, aber vielleicht finde ich ja noch eine bessere/schnellere Lösung.
      Mit Bildern, an denen ich arbeiten kann ist es natürlich immer leichter, vor allem, da ich als Nicht-Fotograf ansonsten immer darauf angewiesen bin, geeignete Bilder im Internet zu finden, die ich für diese Zwecke bearbeiten kann :-).
      Schick mir die Bilder dann bitte an jonas_wendorf[at]web.de, dann kann ich mal gucken, ob ich eine gute Methode finde.

      LG,
      Jonas

  4. 11. Januar 2014 um 13:25

    Ich bin sehr neugierig nach Teil 2!!
    Harm Udding

    • 17. Januar 2014 um 19:30

      Hallo Harm,

      *g* da war ja was!
      Danke für die Erinnerung, der Artikel ist mittlerweile fertig und sollte morgen Nachmittag hier zur Verfügung stehen :-).

      LG,
      Jonas

  1. 18. Januar 2014 um 15:07

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