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Experimente mit „Aufhellen“/“Abdunkeln“

Heute mal wieder einige kleine Experimente mit Blendmodi, dieses mal mit „Aufhellen“ und „Abdunkeln“, sowie deren Pendants „Hellere/Dunklere Farbe“.
Dieses mal zeige ich euch u.A., wie die Modi funktionieren, wie ihr sie nachstellen könnt und wie ihr sie euren Anforderungen entsprechend anpassen und verbessern könnt über eine einfache Aktion!

Wie gesagt habe ich in letzter Zeit wieder ein wenig experimentiert und bin dabei auf einige interessante Dinge bei den Blendmodi „Aufhellen“ und „Abdunkeln“ gestoßen.
„Aufhellen“ funktioniert dabei so, dass wenn der Vordergrund heller als der Hintergrund ist, der Vordergrund angezeigt wird.
Als Formel ist das C = Max(A, B).
Bei „Abdunkeln“ ist es genau andersherum, es wird geprüft, welche Komponente dunkler ist und diese angezeigt.
Als Formel ist das C = Min(A, B).

Nun muss man allerdings unterscheiden zwischen „Hellere/Dunklere Farbe“ und „Aufhellen“/“Abdunkeln“. Bei „Hellere/Dunklere Farbe“ wird diese Berechnung jeweils anhand der Luminanz des Bildes durchgeführt, bei „Aufhellen“/“Abdunkeln“, geschieht die Berechnung kanalweise.
Für den Anfang werde ich daher nur auf „Hellere/Dunklere Farbe“ eingehen, damit es nicht unnötig kompliziert wird :-).
Als Teststreifen benutzen wir hier diese beiden Ebenen:
A: Horizontal
B: Vertikal

Wenn wir jeweils das Maximum aus A und B bestimmen wollen, wie können wir das leicht in Photoshop (mit Masken) umsetzen, ohne die Blendmodi selbst zu benutzen?
Zuerst einmal benötigen wir eine Ebenenmaske, in die wir die Luminanz der aktuellen Ebene kopieren (diese müssen wir manuell extrahieren, wenn wir einfach in den Bildberechnungen den RGB-Kanal benutzen, wird das aktuelle Graustufenarbeitsprofil benutzt – ihr erinnert euch :-)?). Von dieser können wir nun mittels „Bild“-„Bildberechnungen“ die Luminanz der darunter liegenden Ebene subtrahieren und erhalten so nur noch die Bereiche, die im Vordergrund heller sind.
Subtrahieren

Das Problem, was wir jetzt noch haben ist, dass wir nun zwar die helleren Bereiche identifiziert haben, diese allerdings bisher noch abgestuft nach der Größe des Helligkeitsunterschieds sind, was wir momentan nicht gebrauchen können, da wir ja wirklich einfach nur das Maximum erhalten wollen, keine (aufhellende) Mischung.
Um das zu erzielen, können wir einen „Bild“-„Korrekturen“-„Schwellenwert“ von 1 einsetzen, um sämtliche Tonwerte >= 1 auf 255 zu setzen.
Weisen wir diese Maske nun der Vordergrundebene zu, haben wir das gleiche Ergebnis, wie wenn wir den Modus „Hellere Farbe“ benutzen!
Schwellenwert

Und wenn wir stattdessen das Ergebnis von „Dunklere Farbe“ haben möchten? Nun, dann kehren wir den Inhalt der Ebenenmaske einfach um!
Dunklere Farbe

Soweit so gut, kommen wir nun zum Modus „Aufhellen“.
Das zeige ich am Beispiel eines Fotos von Jason Nelson:
Original

Und meiner fertigen Retusche dieses Bildes:
Fertig

Hier benötigen wir für den gleichen Effekt direkt drei Ebenen, sowie die erweiterten Fülloptionen.
Wir wiederholen die Prozedur von oben mit dem jeweiligen Kanal und stellen anschließend die Füllung der anderen Kanäle aus.
Aufhellen

Wieder können wir den Modus „Abdunkeln“ erzielen, indem wir einfach die Ebenenmasken der jeweiligen Ebenen invertieren.
Abdunkeln

Bisher sind die Ergebnisse doch schon einmal recht interessant, aber ich glaube, da geht noch mehr ;-)!
Wie bereits bemerkt, verwenden die behandelten Blendmodi allesamt einen Schwellenwert, um wirklich nur das Minimum bzw. Maximum zu erhalten.
In manchen Fällen kann das aber für uns gar nicht gewünscht sein, da es leicht zu sog. Tonwertabrissen führen kann.
Das macht sich dann durch harte Kanten im Bild störend bemerkbar, im schlimmsten Fall sieht man es dann erst im Druck und muss noch einmal neu anfangen!
Daher ist die Überlegung, dass man ggf. nicht einen so harten Übergang schaffen sollte, sondern eine entsprechende Kurve anlegen kann, um den Effekt genauer steuern zu können.
Alternativ kann man natürlich auch eine automatische Tonwertkorrektur anwenden, um die Endpunkte zu definieren und diese Korrektur anschließend ggf. verblassen.
Hier mal am Beispiel „Abdunkeln“ mit vertauschten Ebenen und automatischer Tonwertkorrektur für jeden Kanal (in der Aktion gibt es eine direkte Vorschau der Kanäle).
Abdunkeln, automatisch, vertauscht

Für beides habe ich kleine Aktionen aufgezeichnet, damit wir nicht jedes mal aufs Neue die ganze Arbeit vornehmen müssen.
Hier habe ich eine Gradationskurve gewählt, die als Startwerte eine automatische Korrektur anlegt, aber noch nicht anwendet, so dass ihr genau bestimmen könnt, wie stark die Kontraste in eurer Maske sein sollen.
Die Aktion setzt voraus, dass die aktuelle Ebene in den entsprechenden Modus versetzt werden soll, das diese Ebene die oberste Ebene, sowie gerastert ist und keine Ebenenmaske angehängt hat.
Wenn ihr die Originalebene zurückerhalten möchtet, deaktiviert einfach alle Ebenenmasken (und fügt die Gruppe zusammen).
Hier also die Aktion: AufhellenAbdunkeln.atn (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“)
Und die PSD-Datei zum Mitarbeiten: Aufhellen/Abdunkeln.psd

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  1. Frank
    19. August 2012 um 20:46

    Hallo Jonas,

    ich habe versucht mit Hilfe der psd und der Aktion das Ergebnis nachzustellen. Bei mir sind dann jedoch die Masken immer weiß, und das Bild bleibt wie es ist, außer das ich nun 3 Ebenen mit den Kanälen habe. Wo liegt mein Fehler? Evtl. könntest Du zu diesem Thema auch ein Video machen.

    Dein Blog bzw. Dein Wissen ist sehr inspirierend, spannend und motivierend! Ich hoffe Du machst weiter, auch wenn ich den Eindruck habe das Du etwas mehr Feedback in den Kommentaren bekommen solltest.

    Viele Grüße
    Frank

    • 21. August 2012 um 16:13

      Hallo Frank,

      da ich momentan einige Probleme mit meinem Computer habe und langsam die Hoffnung aufgebe, dass das noch etwas wird (;-)), kann das mit dem Video leider noch etwas dauern, da ich momentan nur meinen Laptop ohne Photoshop zur Verfügung habe.
      Kannst du denn die Schritte einzeln nachvollziehen und kommst dann auf das richtige Ergebnis? Wenn ja, liegt der Fehler scheinbar irgendwo in der Aktion. Das Problem ist, dass man mit Aktionen nicht erkennen kann, welche Einstellungen beim Benutzer gesetzt sind, daher kann ich immer nur versuchen, Aktionen so aufzuzeichnen, dass sie bei allen Einstellungen funktionieren. Leider klappt das aber natürlich nicht immer direkt beim ersten Mal, daher würde ich mich freuen, wenn ich dir dabei helfen könnte, die Aktion ans laufen zu bekommen, damit die nächsten Aktionen noch besser werden :-)!

      LG,
      Jonas

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