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Neue „Hilfsebene“ – Schärfe messen

Da schreibe ich letztens noch über meine neue Hilfsebene, welche die Hochpass-Ebene im Kontrast erhöht (= das Bild schärft), als mir auf einmal einfällt, dass ich meine Hilfsebenen zur Messung der hohen Frequenzen im Bild noch gar nicht vorgestellt habe :-).
Hiermit könnt ihr euch den Schärfeverlauf in euren Bildern anschauen und entsprechend bearbeiten.
Meiner Meinung nach sollte es keine grundlosen abrupten Übergänge zwischen scharfen und unscharfen Bereichen auf einer Haut geben.

Zuerst einmal ist die Frage, wann ist ein Schärfeübergang grundlos? Grundlos ist ein Übergang, wenn es keine anatomischen Gründe gibt, dass die Schärfe sich an dieser Stelle abrupt ändern sollte, z.B. räumliche Tiefe, Entfernung von der Kamera etc.
Außerdem sollte bekannt sein, dass diese Methode hohe Frequenzen hervorhebt, das heißt, auch Kanten etc. werden hervorgehoben. Die Methode sollte also mit ein wenig Bedacht angewandt werden, blindes Weich- bzw. Scharfzeichnen ist auf keinen Fall zu empfehlen!
Zudem sollte die lokale Schärfekorrektur erst nach aller Retusche durchgeführt werden, da ihr euch ansonsten unnötig Arbeit macht.

Das erst einmal als einige Warnungen vorab, jetzt möchte ich euch aber mal zeigen, was wir in diesem Artikel hier überhaupt versuchen werden.

Schauen wir uns zuerst einmal dieses Bild vom Fotografen Aesthete Studios hier an:
Original

Was hier vmtl. recht schnell auffällt ist, dass wir einige verschiedene Schärfegrade im Bild haben, die teilweise extrem schnell in einander übergehen.
Um das jetzt ein wenig deutlicher zu gestalten, können wir uns meiner „neuen“ (ich benutze sie bereits seit einiger Zeit, habe aber bisher noch keinen Artikel darüber geschrieben) Hilfsebene bedienen.
Hierfür duplizieren wir einfach die Hintergrundebene, benutzen den „Filter“-„Weichzeichnungsfilter“-„Gaußscher Weichzeichner“ mit einem Radius, der alle hochfrequenten Details vernichtet (ein guter Standardwert für mich sind 10px), stellen den Ebenenmodus auf „Differenz“, entsättigen das Bild im Modus „Farbe“ über eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung und hellen das Ergebnis noch ein wenig auf (Weißpunkt auf ca. 40 ist mein Standardwert). Das ganze wird dann in einer Gruppe gespeichert, damit wir schnell die Hilfsebene ein- und ausschalten können.

Stapel

Um jetzt die Übergänge ein wenig weicher zu gestalten, können wir verschiedene Methoden anwenden.
Wenn sowieso die Frequenztrennung irgendwo im Workflow genutzt wird, kann man schnell zwei Helligkeit/Kontrast-Ebenen im Modus „Luminanz“ mittels Schnittmaske an die Hochpass-Ebene anhängen und den Kontrast einmal um 50 Punkte reduzieren/erhöhen. Auf den (schwarzen) Masken dieser Ebenen können wir dann die Schärfe erhöhen bzw. verringern.

Wenn nicht mit der Frequenztrennung gearbeitet wird, kann man einfach die Hintergrundebene im Modus „Luminanz“ duplizieren und darauf dann mittels Weichzeichner- und Scharfzeichner-Werkzeug (wichtig: beim Scharfzeichner-Werkzeug sollte „Details beibehalten“ aktiviert sein!) mit geringem Schwellenwert (~20%) selektiv scharf- bzw. weichgezeichnet werden. Mittels gedrückter [Alt]-Taste wechselt man temporär zum jeweiligen anderen Werkzeug.

Stapel neu

Und so sieht jetzt das Ergebnis aus:
Fertig

Und hier noch einmal das Original zum Vergleich:
Original

Und natürlich gibt es auch wieder eine Aktion zum Automatisieren :-).
In dem Set sind zwei Aktionen enthalten, die erste arbeitet ohne Frequenztrennung und wählt automatisch das Scharfzeichner-Werkzeug für euch aus, die zweite arbeitet mit Frequenztrennung und setzt die Existenz einer Ebene „Schärfung“ voraus, die wie oben erklärt erstellt worden ist.
Hilfsebene Schärfe.atn (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“)
Und hier noch die PSD-Datei für den Ebenenaufbau: Scharf.psd

Übrigens: Auf die Idee für diese Ebene bin ich gekommen, als ich auf der DVD „Beauty & Hair Retouching High End Techniques Series Two“ gesehen habe, wie Natalia Taffarel mit einem Pinsel lokal eine Unscharfmaskierung einmalte, um die Schärfe in diesem Bereich zu erhöhen.

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Kategorien:Aktionen, Retusche, Tutorials
  1. estournet
    16. Januar 2015 um 14:04

    Thanks Jonas for these useful informations.
    It inspires me and I wrote a dynamic action called FREQUENCIES RANGE, who let appears frequencies ranging from A to B (Gaussian blur radiuses).

    It took me two weeks to read and view all you did. Worth it !!!

    Hugo.

    • 16. Januar 2015 um 17:09

      Hi Hugo,

      it’s great to read I could be of help :-). Would you mind sharing your action, i.e. posting a link? It sounds like it could be useful and I’d like to try and recommend it for others if you don’t mind :-).

      Jonas

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