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Farbstich entfernen – Aktion

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr!
Ich hoffe mal, ihr hattet einen guten Übergang?

Heute möchte ich euch mal eine Möglichkeit zeigen, automatisch (per Aktion) im Bild Farbstiche grob zu entfernen.
Die Methode ist natürlich keinesfalls perfekt, daher zeige ich euch auch die Schwächen, damit ihr genau wisst, wann sie euch helfen kann und wann nicht.
Eine bessere komplett automatische Methode kenne ich persönlich allerdings bisher nicht, daher wollte ich sie euch nicht vorenthalten.

Sehen wir uns einmal dieses Bild hier an:
Farbstich

Es sollten direkt zwei Probleme ins Auge fallen. Zum einen ist ein Grünstich über dem gesamten Bild, zum anderen sind die Endpunkte nicht ausgeschöpft, das Bild hat also nicht genug Kontrast.

Eine recht bekannte Möglichkeit, diese Probleme zu beheben ist es, zuerst einmal eine automatische Tonwertkorrektur durchzuführen und anschließend auf eine zusammengefasste Ebene den „Filter“-„Weichzeichnungsfilter“-„Durchschnitt berechnen“ anzuwenden, die Ebene zu invertieren und im Modus „Farbe“ bei verringerter Deckkraft (in meinem Beispiel 20%) zu verrechnen.
Alte Methode

Das Problem hierbei ist allerdings, dass nun die Sättigung im gesamten Bild angeglichen wird, wodurch das Bild Farbigkeit verliert (stellen wir den Modus auf „Farbton“, wird es in diesem Fall sogar noch schlimmer).
Das Bild ist zwar besser, aber man kann durchaus noch ein besseres Ergebnis erzielen.

Das geht relativ einfach.
Zuerst einmal wenden wir die Tonwertkorrektur nicht im Modus „Normal“ an, da hierbei die Farben oft zu stark gesättigt werden. Stattdessen stellen wir den Modus auf „Farbe“ und reduzieren die Deckkraft auf etwa 60%. Über die Deckkraft dieser Ebene kann man nachträglich noch die Sättigung des Bildes steuern.
Nun können wir die Ebene duplizieren und in den Modus „Luminanz“ bei 100% Deckkraft versetzen. Dadurch werden die Farben nur ein wenig stärker gesättigt und wir haben ein gutes Mittelmaß zwischen zu viel und zu wenig Sättigung (was der Fall wäre, wenn wir nur die „Luminanz“-Ebene benutzen würden).
Die Reihenfolge (erst „Farbe“, dann „Luminanz“) ist übrigens wichtig, nach ein wenig Nachdenken sollte schnell klar sein, warum :-).
Tonwertkorrekturen

Als nächstes wollen wir wieder alle Ebenen zusammenfassen und den „Filter“-„Weichzeichnungsfilter“-„Durchschnitt berechnen“ auf diese Ebene anwenden.
Nun werden wir diese Ebene allerdings nicht im Modus „Farbe“ verrechnen, sondern den Modus auf „Ineinanderkopieren“ ändern, wodurch die Farbe nicht vereinheitlicht, sondern lediglich reduziert wird.
Durchschnitt

Das Ergebnis ist jetzt viel zu hell, weshalb wir versuchen werden, nur die durchschnittliche Farbe mit einer mittleren Helligkeit zu extrahieren.
Hierfür können wir einfach eine neue Ebene mit einer neutralen Füllung (128/128/128) im Modus „Luminanz“ an diese Ebene anhängen.
Luminanz

Die Farben sind jetzt neutralisiert. Die Frage ist nur, wollen wir das überhaupt?
Dan Margulis hat vor einiger Zeit (nach eigenen Angaben) bei etwa 10000 Bildern die durchschnittliche Farbe ermittelt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass im Durchschnitt die Farbe bei 54L, 0a, 5b liegt.
Entsprechend werden wir unsere Farbstichkorrektur noch ein wenig anpassen, indem wir eine weitere Ebene im Modus „Ineinanderkopieren“ unter der „Luminanz“-Ebene anlegen, bei welcher wir die o.g. Farbwerte einstellen.
Neue Methode

Das ist nun unser fertiges Ergebnis :-).

Am Anfang hatte ich ja erwähnt, dass diese Methode, so wie jede automatisierte Methode, ihre Stärken und Schwächen hat.
Die Stärke dieser Methode ist natürlich ganz klar, dass sie schnell anwendbar ist und bei leichten Farbstichen hervorragende Ergebnisse bringen kann.
Die Schwäche dieser Methode ist allerdings, dass Bilder mit einer dominierenden Farbe (z.B. ein rotes Auto vor einem roten Hintergrund) nicht dafür geeignet sind, mit dieser Methode korrigiert zu werden. Außerdem sind Mischlichtverhältnisse problematisch. Außerdem ist natürlich eine professionelle manuelle Korrektur immer besser, als eine automatische (z.B. werden bei dieser Methode nur die Endpunkte gesetzt, es wird nicht nach dem hellsten/dunkelsten bildwichtigen Bereich gesucht, es werden keine (Falsch-) Farben analysiert etc.).
Trotzdem ist diese Methode doch bisher die beste automatische Möglichkeit, die ich zum Entfernen von Farbstichen kenne und eignet sich für viele Bilder erstaunlich gut :-).

Hier noch die Aktion zum Herunterladen (in diesem Fall würde ich euch ausnahmsweise empfehlen, keine eigene Aktion aufzuzeichnen, da die Schritte eigentlich extrem simpel sind, man allerdings für einen wirklich korrekten Ablauf Umwege nach LAB und in den 32bpc Modus machen muss, da sonst die Farbebenen nicht richtig aufgezeichnet werden):
Farbstich.atn (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“)
Und hier noch die PSD-Datei zum Mitarbeiten: Farbstich.psd

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