Jacob’s Ladder

Heute möchte ich mal eine durchaus interessante Technik zeigen, die von Jacob Rus verbreitet wurde und als Jacob’s Ladder bekannt wurde.
Kurz zusammengefasst geht es darum, wie man den Inhalt eines Kanals auf Basis des Inhalts eines beliebigen anderen Kanals verändern kann, was natürlich eine ganze Menge Vorteile hat, die ich euch hier kurz vorstellen möchte – und natürlich noch eine kleine Änderung meinerseits, um die Technik noch einmal ein wenig „interessanter“ zu gestalten.

Die Technik in ihrer ursprünglichen Form ist eigentlich vom Aufbau her recht leicht, zum Verständnis muss man aber erst einmal ein wenig nachdenken.
Zuerst einmal wird ein beliebiges Bild nach LAB konvertiert. Nun sucht man sich einen Kanal aus, welcher die bildwichtigen Elemente gut differenziert und fügt diesen als neue Ebene ins Bild ein. Den Modus dieser Ebene stellt man dann auf „Lineares Licht“ und hängt eine Gradationskurve mittels Schnittmaske an, welche im L, a und b jeweils den Schwarz- und Weißpunkt auf eine mittlere Helligkeit bringt (also 50 resp. 0).
Anschließend wird eine weitere Gradationskurve angehängt, die den Kontrast in allen Kanälen halbiert (um die Verdoppelung durch das „Lineare Licht“ zu vermeiden und mehr Spielraum für kleine Änderungen zu geben).
Nun kann in der ersten Gradationskurve schnell und einfach der Inhalt eines beliebigen Kanals aus dem aktuellen Dokument anhand des Inhalts des Basiskanals verändert werden.

Hier mal einige Screenshots, die das Prinzip hoffentlich verdeutlichen:
Original
L
a
b

Für LAB-Freunde sicherlich auch interessant: Wenn man den L-Kanal als Ausgangskanal benutzt, kann man den Inhalt des a- und b-Kanals in Abhängigkeit von der Helligkeit verändern (hier mal sehr extrem):
La
Lb

Das besondere an dieser Methode ist, dass man auf der Basis jedes beliebigen Kanals alle anderen Kanäle verändern kann, ohne dafür spezielle Masken zu benötigen.
Hierdurch ist es schnell und einfach möglich, realistische Umfärbungen und Kontraständerungen vorzunehmen (und im Gegensatz zu Methoden wie Farbton/Sättigung sind die Umfärbungen zum einen sauberer und, ebenso wie die Kontraständerungen, um ein vielfaches genauer steuerbar).

Ein Nachteil an der Methode ist, dass ihr kein direktes Feedback aus der Info-Palette bekommen könnt, weil die nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern nur die Kurve und den Basiskanal, man muss also ein wenig aufpassen oder sich Hilfsebenen aufsetzen.
Das geht allerdings in LAB nicht ohne weiteres, weil einige essentielle Füllmethoden (Differenz) und Einstellungsebenen (Selektive Farbkorrektur) nicht in der Ebenenpalette vorhanden sind (ich muss das so umständlich ausdrücken, weil es die Füllmethoden z.B. in den Bildberechnungen weiterhin gibt).

Die Idee ist daher, die Leiter einfach in RGB aufzusetzen, wo alle Füllmethoden, Einstellungsebenen etc. vorhanden sind. Leider haben wir da allerdings ebenfalls einige Probleme. Zum einen sind die Kanäle lange nicht so interessant, weil sie Farbe und Kontrast nicht trennen, zum anderen fügen wir außerdem bei jeder gewünschten Farbänderung in einem Kanal auch eine Kontraständerung hinzu.

Beides kann man zum Glück umgehen :-).
Die Kanäle können wir uns dank der Farbseparation ohne weiteres erstellen und als Basiskanal verwenden.
Zum anderen können wir ebenfalls noch eine weitere Gradationskurve verwenden, die jeden Kanal ausgraut, welche wir einfach in den Modus „Luminanz“ versetzen. Dadurch beschränkt sich die Helligkeitsauswirkung der Farbveränderung auf ein Minimum.

Nun müssen wir ggf. allerdings zwei Kurven nacheinander bearbeiten, zum einen für die Farbe, zum anderen für den Kontrast.
Wenn wir z.B. eine Farbe verändern, sehen wir nur diesen Bereich auch in unserer Luminanz-Kurve. Diesen können wir anschließend im entsprechenden Kanal dann entsprechend aufhellen oder abdunkeln. Wenn wir direkt eine Aufhellung/Abdunklung ohne Farbänderungen vornehmen wollen, deaktivieren wir zuerst die untere Kurve und arbeiten nur mit der Luminanzkurve.
Auf diese Weise haben wir sogar noch mehr Kontrolle, als in LAB.

Hier mal ein Beispiel, wie die Kurven später aussehen könnten:

Jacobs Ladder RGB Neutral
Jacobs Ladder RGB Luminanz

Natürlich können wir jetzt hier noch weitere Kontrollebenen (z.B. meine Hilfsebene für die Chromatizität) einsetzen, um das Ergebnis besser zu kontrollieren, das ist allerdings euch überlassen :-).

Eine interessante Methode, die Veränderungen in den Kurven ein wenig zu begrenzen (wenn wir wirklich nur einen kleinen Bereich verändern wollen), ist es übrigens, statt viele Fixierungspunkte zu setzen, einfach den Schwarz- bzw. Weißpunkt entsprechend zu beschneiden, z.B. auf 128/128, 128/192 etc..

Die beiden PSD Dateien könnt ihr euch übrigens bei Interesse hier herunterladen:
Jacob’s Ladder LAB.psd
Jacob’s Ladder RGB.psd

Und Aktionen zum Aufsetzen der Leiter in RGB und LAB gibt es hier: Jacob’s Ladder.atn (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“)

Zu den Aktionen: Wenn ihr die RGB-Aktion benutzen wollt, müsst ihr entweder als Ebene „Zusammengefügt“ auswählen, um einen Kanal aus der Farbseparation zu benutzen oder die Ebene „Gesamtbild“ und dort den entsprechenden Kanal auswählen (diese Ebene wird nach Durchlauf der Aktion wieder entfernt).

Eine weitere gute Quelle, die vor allem die Anwendung der Leiter gut verdeutlicht, sind diese Streams hier:
Jacob’s Ladder Photoshop® (Englisch)
Jacob’s Ladder Part 2 Photoshop® (Englisch)

Advertisements
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 22. Dezember 2011 um 15:54

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s