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Kurven für jeden Zweck

Heute möchte ich euch mal wieder eine schön freakige Methode zeigen, um bereits mit globalen Kurven, Tonwertkorrekturen, Helligkeit/Kontrast, Belichtung, Tontrennung, Umkehren und/oder Farbbalance erstellte Farbtönungen zur schnelleren und qualitativ hochwertigeren Anwendung in einem einzigen Kurven-Preset abzuspeichern.

Als ich vor einer ganzen Weile festgestellt habe, wie man Blendmodi mit Kurven darstellen kann, habe ich vor Freude erst einmal Luftsprünge gemacht :-).
Damals habe ich allerdings gerade einmal einen Kanal, nämlich den Graustufenkanal editiert und entsprechend in einem RGB-Bild den RGB-Kanal.
Heute benutzen wir das selbe Prinzip und erweitern es auf alle drei RGB Farbkanäle.

Nehmen wir an, ich habe mir einen schönen Farblook für folgendes Bild (in sRGB) gebastelt:
Original

Dieser besteht aus einer Kurven-Ebene, in der ich im Rotkanal den Punkt 108/124, im Grünkanal die Punkte 56/51, 125/137, 185/183 und im Blaukanal die Punkte 20/0, 232/255 angelegt habe. Außerdem habe ich in einer Tonwertkorrektur die Tiefen um 5 Punkte beschnitten, sowie den Gammaregler auf 0.9 bewegt. Anschließend habe ich per Helligkeit/Kontrast den Kontrast um 10 Punkte erhöht und als letztes in einer Farbbalance-Ebene, bei welcher ich die Luminanz erhalten lasse, in den Tiefen 10 Punkte Blau hinzugefügt, sowie in den Lichtern 10 Punkte Magenta.

Farblook

Damit ich diese Ebenen nun nicht immer wieder neu in der korrekten Reihenfolge anlegen muss, kann ich mir ganz einfach eine einzige Kurvenvorgabe speichern, die sämtliche Einstellungen beinhaltet.

Hierzu erstelle ich eine neue Kurven-Einstellungsebene, wähle den kleinen Buntstift aus und speichere diese Vorgabe ohne etwas geändert zu haben als „Nichts.amp“ ab.
Die Kurven-Ebene könnt ihr jetzt wieder löschen.

Nun gehe ich auf „Datei“-„Öffnen als“ und wähle als Dateiformat „Photoshop RAW“ aus (wichtig ist, dass ihr nicht „Camera RAW“ auswählt!).
Ihr solltet jetzt gefragt werden, wie ihr die Datei öffnen wollt.
Stellt die Maße auf 256x1px, die Kanäle auf 3, Interleaved aus, Tiefe 8 Bit und die Headergröße auf 0 Byte.
Natürlich sind diese Kurven, genau wie die ihnen zugrunde liegenden Einstellungsebenen abhängig vom Zielfarbraum, achtet also darauf, ggf. entsprechende Anpassungen für andere Farbräume zu machen und erstellt am besten die Vorgaben direkt in eurem Standardfarbraum.

Als nächstes wechselt ihr wieder in eure Hauptdatei, wählt das Verschieben-Werkzeug aus und verschiebt die Einstellungsebenen in die neu geöffnete Nichts.amp.

Diese könnt ihr nun wiederum abspeichern mittels „Datei“-„Speichern unter“ als „Farblook.amp“ im Format „Photoshop RAW“. Die Headergröße sollte wieder 0 Bytes betragen und die Ordnung weiterhin nicht-interleaved sein.

Jetzt sind wir eigentlich auch schon fertig :-).
Wechselt zurück in eure Originaldatei, deaktiviert eure Einstellungsebenen und erstellt eine neue Gradationskurvenebene. Hierin ladet ihr nun die eben erstellte Vorgabe (bei „Dateityp“ muss „Effektkurven (*.AMP)“ ausgewählt sein) und schon habt ihr sämtliche Einstellungsebenen in kombinierter Form in einer einzigen Kurve :-).

Kombinierte Einstellungsebenen

Übrigens eine weitere nette Option ist es, die Kurven separat zu glätten über das kleine Icon unterhalb des Buntstiftes. Hierdurch können ggf. harte Übergänge und daraus resultierende Tonwertabrisse minimiert werden.

Wenn euch mein Preset gefällt, könnt ihr es euch übrigens hier herunterladen:
Farblook.amp (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“)

Leider funktioniert die Technik nur mit den oben genannten Einstellungsebenen, da andere Einstellungsebenen entweder Masken erstellen, andere Farbmodi verwenden oder andere Änderungen vornehmen, die sich über Kurven nicht ausdrücken lassen.
Trotzdem kann man hiermit im Zweifelsfall sicherlich einige Einstellungsebenen schnell zusammenfassen, wenn man weiß, dass man keine großen Änderungen daran mehr vornehmen möchte (und wenn doch, kann man zur Not immer noch in den Kurvenmodus wechseln, und die Einstellungen korrigieren oder weitere Einstellungsebenen hinzufügen).

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  1. tttollerer@googlemail.com
    29. August 2013 um 13:26

    Das ist ja ein Knaller … und wieder einmal frage ich mich: „wie kommt der auf sowas?“ ; )

    • 29. August 2013 um 15:29

      Danke für den netten Kommentar!
      Sobald man das Speicherformat der Kurven erst einmal verstanden hat, ist es eigentlich gar nicht mehr so schwer ;).
      Mir persönlich hilft es allerdings auch sehr, über das Thema zu schreiben, dadurch komme ich teilweise auch wieder auf neue Ideen, die ich dann erst intensiv teste und danach hier veröffentliche.

      Jonas

  2. phil
    16. September 2013 um 16:24

    jonas, du verblüffst mich mit jedem beitrag. du hast in einem aktuelleren beitrag geschrieben, dass du nicht mehr so viel mit photoshop arbeitest. hast du inzwischen dein eigenes bildbearbeitungsprogramm geschrieben? 😉

    lg

    phil

    • 16. September 2013 um 19:31

      *g* interessante Idee. Bisher noch nicht, aber wer weiß, wenn ich mal (viel zu viel) Zeit finden sollte, beteilige ich mich ggf. an einigen Open Source Projekten.

      LG,
      Jonas

  3. 26. April 2015 um 10:15

    Die Technik ist anscheinend schon einiges älter, als ich gedacht hätte! Gerade bin ich über folgenden Link im RetouchPRO-Forum gestoßen: http://www.gregapodaca.com/photoshopmechanics/files/008.html
    Auch die anderen Techniken sind durchaus interessant, auch wenn vieles auch hier bereits aufgetaucht ist (wenn auch viele Jahre später).

    LG
    Jonas

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