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Lokale Auto-Tonwertkorrektur

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch mal eine sehr interessante neue Methode zur Kontraststeigerung in Bildern zeigen, eine lokalisierte, automatische Tonwertkorrektur.
Das heißt, wir verbessern den Bildkontrast nicht global, sondern in Abhängigkeit der Umgebung.

Folgendes Bild werden wir heute erstellen: Lokale Auto-Tonwertkorrektur

Als Ausgangsmaterial dient uns diesmal dieses Foto hier von Jason Nelson: http://www.sxc.hu/photo/1251760, welches ich mittels Kanalmixer in ein Schwarzweißbild umgewandelt habe (50% Rot, 50% Grün, 0% Blau, 0% Konstante) und welches ich in der Größe drastisch reduziert habe (600x399px).

Das resultierende Ausgangsbild seht ihr hier: Original

Bei diesem Bild möchte ich nun gerne den Kontrast erhöhen.
Hierfür wende ich zuerst einmal eine automatische Tonwertkorrektur an, welche keine Bereiche beschneidet, keine Mitteltöne ausrichtet, sowie lediglich den Schwarzweiß-Kontrast verbessern soll.

Das Resultat seht ihr hier: Auto-Tonwertkorrektur

Auf einer neuen Ebene habe ich kurz die Bereiche markiert, welche m.M.n. noch immer viel zu wenig Kontrast haben, bzw. sogar Kontrast verloren haben.

Markups

Was wir daher brauchen, ist eine bessere Methode, nämlich eine, welche die lokalen Tonwertunterschiede für uns heraus arbeitet.

Und glücklicherweise habe wir auch genau die richtigen Filter dafür in Photoshop, „Helle, bzw. dunkle Bereiche vergrößern“. Diese Filter vergrößern, wie der Name schon sagt, die hellsten, bzw. dunkelsten Bereiche unseres Bildes.
Nun müssen wir einfach nur dafür sorgen, dass Ergebnis = (Original-MIN)/(MAX-MIN).
Will sagen, wenn das Original an der Stelle = MIN ist, erhalten wir als Ergebnis 0, wenn das Original = MAX ist, erhalten wir 255.

Unser Ebenenstapel sieht daher jetzt so aus: Stapel 1 (ich habe den gleichen Wert für MIN und MAX benutzt; beide Werte waren so hoch, dass sie Details eliminiert haben, in diesem Fall etwa 15px.)

Das Bild sieht bisher natürlich noch schrecklich aus: Stapel 1 Bild

Was wir dagegen tun können, ist einfach die Ebenen „Linear nachbelichten (invertiert)“ (beide) und „Farbig abwedeln“ mittels Gaußschem Weichzeichner weich zu zeichnen, um die Umrisse verlaufen zu lassen.
Als Richtwert bietet sich ein Radius von etwa 70% des Wertes für den Minimum/Maximum Filter an (für kopfrechenschwache Menschen wie mich ist eine gute Annäherung, die Hälfte des Ursprungswertes auf das Original zu addieren und das Gesamtergebnis anschließend durch 2 zu teilen. Damit erhaltet ihr etwa 75% des Originalwertes, müsst aber nicht mit ungeraden Werten rechnen.).
Wenn wir uns das ganze jetzt noch einmal ansehen, sieht das Bild doch schon wieder einiges vernünftiger aus: Stapel 1 Bild WZ

Allerdings ist der Kontrast in flächigen Bereichen noch viel zu hoch, so dass wir eine Maske benötigen, um Bereiche ohne hohen Anfangskontrast auszuschließen.
Glücklicherweise haben wir bereits eine derartige Maske, nämlich MAX-MIN.
Wir ändern daher einfach den Modus der Gruppe „Farbig abwedeln“ auf „Normal“, speichern dieses Ergebnis in der Zwischenablage und maskieren damit eine Kopie unserer Originalebene. Anschließend wir der Modus der Gruppe wieder auf „Farbig abwedeln“ gestellt.

Der Stapel sieht nun so aus: Stapel 2
Und das Bild so: Stapel 2 Bild

Schon gar nicht mal so schlecht, oder :-)?
Aber wir können das Ergebnis noch immer ein wenig verbessern, indem wir die leichten Halos um unser Modell ein wenig abmildern.
Dafür empfiehlt sich der Hochpass-Filter auf der MIN und MAX Ebene im Modus „Weiches Licht“ bei einem Radius, der gleich dem Originalradius für den Minimum/Maximum Filter ist.

Der Stapel sieht nun so aus: Stapel 3
Und das Bild so: Stapel 3 Bild

Zum Abschluss noch einmal das Bild im Vorher-Nachher-Vergleich: VorherNachher

Natürlich kann man das ganze auch in einer Aktion aufzeichnen, um sich die Sache zu beschleunigen: Lokale Auto-Tonwertkorrektur (bei Problemen: Rechtsklick, „Speichern unter“).
Die Aktion ist im Ablauf noch ein wenig optimiert, bringt aber fast identische Ergebnisse und funktioniert einiges schneller.
Zudem wird in einem Graustufen-Smart Objekt gearbeitet, da diese Aktion eigentlich immer die Farben zerstört und wir so die Berechnungszeit um 200% erhöhen können :-).

Die PSD-Datei zum Mitarbeiten (da ich weiß, dass die Technik heute recht komplex ist), könnt ihr euch hier herunter laden: Lokale Auto-Tonwertkorrektur

Jetzt wünsche ich euch aber viel Spaß mit der Methode, passt aber auf, dass ihr es nicht übertreibt, denn zu viel Kontrast kann ein Bild auch zerstören!

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