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Frequenztrennung: Nichtdestruktives Arbeiten auf der Hochpass-Ebene

Heute möchte ich euch mal einige Techniken zeigen, wie man bei einer Frequenztrennung nicht-destruktiv auf der Hochpass-Ebene arbeiten kann.
Das macht dann Sinn, wenn ihr gerne eine Sicherung eurer Arbeit habt, um Änderungen auch wieder rückgängig machen zu können.
Ich persönlich nutze diese Sicherung nicht (ich arbeite mit dem Protokoll), die Techniken habe ich auf Nachfrage entwickelt.

Die erste und wohl leichteste Technik ist es, einfach bei der Retusche die Hochpass-Ebene zu duplizieren, mittels Schnittmaske mit der originalen Hochpass-Ebene verbinden und in den Modus „Normal“ setzen.
Hierdurch können wir den Inhalt der Hochpass-Ebene verändern und haben immer noch unser Original zur Hand, um zurück zu kehren.

Manche Leute würden allerdings gerne auf einer leeren Ebene ihre Reparaturen vornehmen.
Daher die Überlegung, dass die Hochpass-Ebene die Basis sein müsste.

Eine dieser Methoden ist es, die Trennung direkt auf einem Hochpass basierend durchzuführen.
Hierzu muss man als erstes einmal eine zusammengefasste neue Ebene mit 50% Flächendeckkraft im Modus „Lineares Licht“ erstellen.
Diese Ebene invertiert man nun und führt darauf einen beliebigen Weichzeichnungsfilter an.
Das Ergebnis wird wiederum auf eine Ebene zusammengefasst. Diese Ebene wird jetzt so behandelt, wie normalerweise auch, will sagen, die andere Ebene wird über die Bildberechnungen mit der Hochpass-Ebene wie gewohnt verrechnet und in den Modus „Lineares Licht“ gesetzt.
Nun hat man allerdings das kleine Problem, dass die Tiefpass-Ebene nur den halben Kontrast aufweist, da die Hochpass-Ebene den doppelten Kontrast hat.
Um nun auf der Tiefpass-Ebene richtig arbeiten (malen) zu können, muss man den früheren Kontrast auf -50 stellen über eine temporäre Helligkeit/Kontrast-Einstellungsebene.
Die Hochpass-Ebene direkt am Anfang im Kontrast zu halbieren, um dieses Problem zu umgehen, funktioniert leider nicht, da somit nur die Hälfte der Details auf der Hochpass-Ebene vorhanden wäre, der Tiefpass also ebenfalls die Hälfte der Details enthalten würde.

Eine weitere Technik, welche auch nach der Trennung noch durchführbar ist (bzw. überhaupt erst dann), ist es, unter der Tiefpass-Ebene eine 50% graue Ebene erstellen.
Nun wird die Tiefpass-Ebene auf 50% Flächendeckkraft im Modus „Lineares Licht“ gesetzt. Zudem wird die Ebene über die Hochpass-Ebene verschoben.
In den erweiterten Fülloptionen der Hochpass-Ebene muss man nun die Option „Beschnittene Ebenen als Gruppe füllen“ nun deaktivieren.
Jetzt kann man eine neue Ebene mit Schnittmaske erstellen, auf welcher man die Reparaturen vornimmt.
Ist man mit allen Reparaturen fertig, wird die Transparenz der aktuellen Ebene geladen, eine Helligkeit/Kontrast-Einstellungsebene mit dem früheren Wert von -50 Kontrast über der Reparaturebene erstellt und die „Beschnittene Ebenen als Gruppe füllen“-Option der Hochpass-Ebene wieder aktiviert.
Nun kann man die Hochpass-Ebene wieder nach oben schieben, die Tiefpass-Ebene in den Modus „Normal“ bei 100% Fläche zurück setzen und die graue Ebene löschen.

Natürlich gibt es auch noch einige Aktionen von mir, damit ihr die Techniken schnell und einfach auch auf euren Bildern anwenden könnt: Frequenztrennung.atn – bei Problemen Rechtsklick-„Speichern unter“ (der Einfachheit halber verwende ich hier ausschließlich den Gaußschen Weichzeichner zur Trennung)

Ihr seht also, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg :-)!
Welchen dieser Wege ihr allerdings gehen möchtet, bzw. ob ihr überhaupt einen dieser Wege gehen möchtet, ist natürlich euch überlassen.
Zeigen wollte ich euch heute eigentlich nur, wie man mit ein wenig Fantasie und Spielerei eigentlich (fast) jedes Problem in Photoshop irgendwie lösen kann!

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  1. 12. August 2014 um 19:57

    Hallo Jonas,

    Das Video http://youtu.be/Uzd2SfafNvc ist ja nun schon ein paar Jahre alt. Ist Deine Methode noch „State of the Art“, oder hast Du mittlerweile weitere Optimierungen?

    Bin aktuell gerade über andere Vorgehensweisen gestoßen. Mich würde mal interessieren was da aus Deiner Sicht die Vor- bzw. Nachteile sind:

    Calvin Hollywood macht es ja ein wenig anders: https://www.youtube.com/watch?v=WaE5CWWP4G0 und

    DomQuichotte ebenfalls https://www.youtube.com/watch?v=6JJ-o4cOneU Download Aktion dazu: http://www.fx-ray.com/downloads/fs/

    Gibt es denn sonst mal wieder was Neues von Dir im Blog oder auf Youtube?

    Viele Grüße
    Frank

    • 12. August 2014 um 21:07

      Hallo Frank,

      am Prinzip der Frequenztrennung hat sich seitdem nichts geändert. Die verwendeten Methoden nehmen sich denke ich nichts. Die Genauigkeit ist gegebenenfalls ein wenig abweichend, mit bloßem Auge ist das aber nicht erkennbar (auch nicht nach weiterer Bearbeitung).
      Calvins Methode mit Helligkeit/Kontrast hat den großen Vorteil, dass sie nicht so kompliziert wirkt und für 8 bpc und 16 bpc gleich angewandt werden kann. Es gibt das ganze auch noch mit dem „Eigenen Filter“ (da dann einfach einen Versatz von 64 und eine Skalierung von 2 statt der Helligkeit/Kontrast-Korrektur). Das hat dann den „Vorteil“, dass man es als Smart Filter anwenden kann.
      Was ich ganz lustig finde ist, dass die meisten Leute sich immer nur auf den „Gaußschen Weichzeichner“ beschränken (liegt aber vielleicht auch am verhängnisvollen Namen „Frequenztrennung“). „Matter machen“ statt dem „Gaußschen Weichzeichner“ kann auch häufig sehr praktisch sein. Wenn man möchte, kann man sogar einen Wolkenfilter als Basisebene nehmen und daraus die Unterschiede berechnen. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Auch mit dem „Ausschluss“-Ebenenmodus kann man hier schön arbeiten, siehe dazu meinen Artikel „Experimente mit ‚Ausschluss‘ (Teil 2)“.

      In letzter Zeit komme ich fast gar nicht mehr zum Experimentieren in Photoshop, daher glaube ich nicht, dass ich noch allzu viele Updates liefern kann (mal von einigen sehr experimentellen Anwendungen wie der Frequenztrennung mittels Kanalmixer abgesehen).

      Viele Grüße
      Jonas

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