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Retuschetipp: Farbproof als Hilfsansicht

Hallo zusammen,

heute mal ein etwas anderer Retuschetipp von mir, der aber in meinen Augen trotzdem recht interessant ist!

Ich möchte euch nämlich heute zeigen, wie ihr den Farbproof ausnutzen könnt, um in eurem Bild Defekte leichter zu sehen, ohne dafür extra Kurven anlegen zu müssen.

Eigentlich wird der Farbproof dafür genutzt, im Voraus eine Annäherung an das Resultat einer Konvertierung in einen anderen Farbraum zu sehen.

Das besondere hierbei ist, dass der Farbproof nur temporär ist, d.h. es wird noch keine Konvertierung durchgeführt.

Zudem ist der Farbproof auch nur selektiv auf einzelne Anzeigen einstellbar, will sagen wenn ihr euch über „Fenster“-„Anordnen“-„Neues Fenster“ ein neues Fenster angelegt habt, um z.B. beim dodge & burn immer noch das Gesamtbild (bzw. überhaupt einen Ausschnitt eures Bildes in einer anderen Zoomstufe nebenbei) anzeigen zu lassen, könnt ihr den Farbproof für das eine Fenster aktivieren, während das andere Fenster noch die normale Ansicht anzeigt – mit Kurven ist das so meines Wissens nach nicht möglich.
Dabei ist es egal, in welcher Ansicht ihr arbeitet, sämtliche Fenster aktualisieren sich automatisch mit.

Was meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist: Der Farbproof lässt sich extrem schnell per [Strg]/[Cmd]+[Y] (de-) aktivieren, d.h. ihr müsst nicht eure Arbeit unterbrechen, um eine neue Einstellungsebene anzulegen und diese ggf. noch ganz nach oben im Stapel zu schieben.
Dadurch wird der Farbproof extrem schnell und hilft bei einem flüssigen und effizienten Arbeiten :-)!

Oder ihr richtet verschiedene Proofs für verschiedene Ansichten ein; die Möglichkeiten sind unbegrenzt :-)!

Vorstellen möchte ich euch heute allerdings nur zwei relativ einfache Optionen. Einen Farbproof zum extremen Abdunkeln und Sättigen der Farben, sowie einen zum extremen Aufhellen und Entsättigen.

Im Folgenden zeige ich euch kurz, wie man den Proof einrichtet, anschließend dann einige kleine Beispielansichten von meinen Proofs, sowie einige ICC-Profile, die ihr braucht, um diese einzurichten.

Farbproof einrichten - 1

Farbproof einrichten - 2

Wichtig ist hierbei, das die Option „RGB Nummern erhalten“ eingestellt ist, damit das Profil so angezeigt wird, als würde es lediglich zugewiesen und nicht konvertiert werden.

Das e-sRGB-Profil, das ihr in dem Screenshot seht, wird von mir zur Abdunklung genutzt. Es wird von Adobe mitgeliefert.

Zuerst einmal das Bild ohne Farbproof:
Farbproof aus
Hier mit einer Abdunklung (e-sRGB):
Farbproof - e-sRGB
Hier mit einer Aufhellung (Adobe RGB mit Gamma 1,0):
Farbproof - Adobe RGB - Gamma 1,0

Wie ihr sehen könnt, sind es je nach Proof verschiedene Bilddefekte, die ins Auge fallen könnten.
Beim e-sRGB sieht man zum Beispiel deutlich die hellen Ränder um das Modell, den hellen Flecken zwischen ihrem Arm und ihrem Körper und alle Hautunreinheiten treten stärker zum Vorschein.
Beim Adobe RGB mit dem Gamma von 1,0 hingegen sieht man sehr schnell die Achselfalten, welche im Original auf Grund des Schattens stärker verdeckt waren.

Ich für meinen Teil arbeite meistens mit dem e-sRGB, aber wer gerne auch mal mit der Aufhellung arbeiten möchte, für den habe ich hier einige Farbprofile mit linearem Gamma (einem Gamma von 1,0) vorbereitet und hoch geladen:

Adobe RGB
Apple RGB
ColorMatch RGB
ProPhoto RGB
sRGB

(Zum Installieren der Farbprofile gibt es hier einen kurzen, aber treffenden Artikel von Adobe: http://help.adobe.com/de_DE/Photoshop/10.0/help.html?content=WS94C62C5A-A690-4fbf-B5D5-D6226A314F69.html)

Für die Proofeinstellungen empfiehlt es sich natürlich, das RGB einzustellen, welches auch euer Arbeitsrgb ist (in meinem Fall also ein Adobe RGB), damit nur die Helligkeit, nicht auch noch die Farben sich verändern.

Noch ein abschließender Tipp: Wenn ihr die Option fürs neue Fenster zusammen mit dem Einrichten des Proofs in einer Aktion verbindet, habt ihr eine einfache und schnelle Möglichkeit, euer Bild in verschiedenen Variationen am Bildschirm zu betrachten (beim Aufzeichnen müsst ihr dabei den Befehl „Menübefehl einfügen“ aus dem Flyout-Menü der Aktionspalette benutzen).

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